Durch die Corona-Krise steigt die Anzahl digitaler Angebote — und auch die Nachfrage merklich.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde die internetgestützte kognitive Verhaltenstherapie (ICBT) in Hunderten von randomisierten kontrollierten Studien getestet, oft mit vielversprechenden Ergebnissen. Allerdings handelte es sich bei den Kontrollgruppen oft um Wartelisten-, Care-as-usual- oder Aufmerksamkeitskontrollen. Daher ist wenig über die relative Wirksamkeit der ICBT im Vergleich zur kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) von Angesicht zu Angesicht bekannt. In der vorliegenden systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse, die 1418 Teilnehmer einschloss, wurde angeleitete ICBT für psychiatrische und somatische Erkrankungen direkt mit Face-to-Face-CBT innerhalb derselben Studie verglichen. Von den 2078 Artikeln, die gescreent wurden, erfüllten insgesamt 20 Studien alle Einschlusskriterien. Die Ergebnisse zeigten eine gepoolte Effektgröße nach der Behandlung von Hedges g = .05 (95% CI, -.09 bis .20), was darauf hindeutet, dass ICBT und Face-to-Face-Behandlung äquivalente Gesamteffekte zeigten. Die Studienqualität hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse. Während die Gesamtergebnisse auf Äquivalenz hindeuten, gab es bisher nur wenige Studien zu den einzelnen psychiatrischen und somatischen Erkrankungen, und für die meisten wurde die angeleitete ICBT nicht mit der Face-to-Face-Behandlung verglichen. Daher sind weitere Untersuchungen, vorzugsweise mit größeren Stichproben, erforderlich, um die allgemeine Gleichwertigkeit der beiden Behandlungsformate festzustellen.